Shirins Schicksal von Renate Zinterl – Jugendbuchpreis des Landes Kärnten von 2014

Das Cover zeigt ein junges Mädchen, eine junge Frau, mit Kopftuch. Das Bild mit dem Titel lässt schon große Vermutungen auf den Inhalt zu.

Shirin ist geboren und aufgewachsen in Afghanistan. Der Beginn der Geschichte zeigt Shirin mit schweren Kopf- und Gesichtsverletzungen allein in der Natur. Auch ihre Hände und Arme sind schwer verwundet. Im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr die Hintergründe wie sie dorthin gekommen ist und woher ihre Verletzungen stammen.
Sie ist alleine, ohne männliche Begleitperson, ein Verbrechen dass die Taliban schwer bestrafen. So müht sie sich ab ungesehen in die nächste Stadt zu kommen, zu ihrem Onkel, den sie aus ihren Kindheitserinnerungen als freundlichen, hilfsbereiten Mann zu kennen glaubt. Shirins Erinnerungen erweisen sich zum Glück als richtig, Onkel und Tante nehmen sie heimlich zu sich ins Haus auf, nicht einmal deren Kinder dürfen von Shirins Anwesenheit erfahren, denn sie wird von den Taliban gesucht und wer sie versteckt, könnte mit dem Tode bestraft werden.

Onkel und Tante versorgen ihre Verwundungen und kümmern sich gut um sie. Sie erzählen Shirin dass ihre Tochter Fariba, nun 17, schon mehrmals Heiratsangebote von einem Taliban bekommen hat – eigentlich ist sie in den Augen der Fanatiker schon längst im heiratsfähigen Alter. Faribas Eltern jedoch wünschen ihrer Tochter jedoch ein freies, glückliches Leben und so haben sie eine Fluchtmöglichkeit gefunden. Shirin kann gemeinsam mit ihrer Cousine aus Afghanistan flüchten. Onkel und Tante mussten, um für die Fluchtkosten aufzukommen, ihr Haus und ihre Wertgegenstände verkaufen.
Schaffen Shirin und Fariba es bis nach Österreich wo bereits eine Tante von ihnen wohnt? Kommen sie gesund und unversehrt an? Was widerfährt ihnen auf der Flucht? Welchen Gefahren und Herausforderungen liegen vor ihnen?

Renate Zinterl beschreibt in ihrer Geschichte das Schicksal eines Mädchens dass vieles hinter sich hat, vieles erlebt hat. Eines Mädchens das zu Beginn ihrer Flucht ein junges Mädchen ist und am Ende eine starke, junge Frau. Die Erzählung beruht auf einer wahren Begebenheit, man merkt die Autorin hat sehr gut recherchiert und mit Sicherheit mit Betroffenen geredet.

Das Buch erzählt bewegend wie es auch heute noch vielen jungen Mädchen und Frauen geht, was sie alles durchmachen müssen. Der Inhalt des Romanes war nicht nur 2014 aktuell, gerade in der heutigen Zeit, mit den vielen Berichten über Flüchtlinge, ist dieses Buch auch weiterhin sehr wichtig. Vielen würde es nicht schaden ein wenig Einblick zu bekommen, was es heißt zu flüchten. Es sollte meiner Meinung nach viel weiter verbreitet und bekannt sein.
Die Autorin hat den Jugendbuchpreis definitiv verdient.

Einen kleinen Abzug gibt es von mir nur deswegen, weil das Ende zu schnell da war und zu wenig erzählt wurde. Wie erging es ihr weiter? Wie geht es der Familie zurück in Afghanistan? Einige Fragen bleiben leider offen.
Große Empfehlung meinerseits.

Ich gebe  ❤ ❤ ❤ ❤ Herzen.

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